Erster Praxiseinsatz des RELINE Alphaliner RL in Gifhorn
- Reline

- vor 2 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Premiere im Gleisumfeld
Die Deutsche Bahn investiert in diesem Jahr über 23 Milliarden Euro in das Schienennetz durch Großprojekte und Präventivmaßnahmen. Schwerpunkte sind die Strecke Berlin–Hamburg sowie weitere Projekte wie Obertraubling–Passau, Hagen–Wuppertal und Nürnberg.
Dieses Infrastrukturprogramm betrifft auch die im Einflussbereich von Gleisanlagen verlegten Rohrleitungen. Sie unterliegen besonderen technischen und regulatorischen Anforderungen. Netzbetreiber von Leitungen in Bahnkörpern mussten daher bislang mit stark eingeschränkten Sanierungsoptionen, aufwendigen Genehmigungsprozessen oder mit dem Einsatz von kostenintensiven Instandsetzungsmethoden der unterirdischen Infrastruktur an Gleisanlagen agieren. RELINE hat genau hierfür eine eigenständige Lösung entwickelt: den Alphaliner RL. Als erster Schlauchliner mit produktspezifischer Zulassung der Deutschen Bahn gemäß „Planungshilfe Rohrleitungssanierung Teil 1“ kam er in Gifhorn nun unter realen Bedingungen zum Einsatz.
Vor diesem Hintergrund wurde eine Abwasserleitung DN 1000 saniert, bei der aufgrund der Abgängigkeit der Korrosionsschutzschicht dringender Instandsetzungsbedarf bestand.

Die ausgewählte Leitung verläuft im Bereich einer eingleisigen Bahntrasse, quert diese und übernimmt zugleich eine zentrale Entwässerungsfunktion für das umliegende Abwassernetz Gifhorns. Auftraggeber der Maßnahme war der Abwasser- und Straßenreinigungsbetrieb Stadt Gifhorn. Für den Betreiber kam ein offener Eingriff aufgrund der Lage im Gleisnetz der Deutschen Bahn nicht infrage. Daher suchte man eine Lösung, für die seitens der Bahn eine Freigabe vorlag und die sich innerhalb eines eng definierten Zeitfensters umsetzen ließ. Zudem sollte der laufende Bahnbetrieb nicht beeinträchtigt werden.
Die operative Ausführung übernahm die SWIETELSKY-FABER Niederlassung Blomberg unter der Projektverantwortung des Niederlassungsleiters Oliver Ruch. Aufgrund der besonderen Tragweite der Maßnahme wurde das Projekt in enger Abstimmung mit der Anwendungstechnik von RELINE begleitet. Es galt sich den besonderen betrieblichen Anforderungen der Deutschen Bahn für die Rohrleitungssanierung im Gleisbereich sowohl bezüglich der Berücksichtigung der statischen Gegebenheiten als auch den verfahrenstechnischen Anforderungen präzise zu widmen.
Um die Außerbetriebnahme der Abwasserleitung während der Bauphase unter 100%iger Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs sicherzustellen, organisierte das Team der Niederlassung Blomberg im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme daher die Einrichtung einer rund 500 Meter langen Interimsentwässerung parallel zum Bahngleis. Anschließend erfolgten die Reinigung und Zustandserfassung des bestehenden Stahlrohres DN 1000. Dabei wurden auf der Korrosionsschutzschicht anhaftende Ablagerungen manuell hydromechanisch entfernt und die Stahlrohroberfläche für den Linereinbau aufwendig egalisiert.
Darüber hinaus koordinierte SWIETELSKY-FABER den Einbau und die Anbindung des Liners sowie den Einsatz der Sicherungsaufsichtskräfte (Sakra), um sämtliche Sicherheitsvorschriften der Deutschen Bahn im Gleisbereich einzuhalten.

Warum das Gleisumfeld anders ist
Im Unterschied zu klassischen Kanalhaltungen, bei denen überwiegend statische Belastungen maßgeblich sind, bestimmen im Gleisbereich wiederkehrende dynamische Verkehrseinwirkungen das Langzeitverhalten des Rohr-Boden-Systems. Wandaufbau, Materialverhalten und der Schutz des Laminats werden dadurch zu entscheidenden Faktoren.
Gleichzeitig sind Eingriffe im unmittelbaren Einflussbereich von Gleisanlagen klar reguliert. Bauprodukte müssen ihre Eignung nachweisen, bevor sie eingesetzt werden dürfen. Das erhöht die Betriebssicherheit, begrenzt jedoch die Auswahl an zulässigen Sanierungssystemen erheblich. Der Alphaliner RL ist derzeit das einzige GFK-Schlauchlinersystem mit entsprechender produktspezifischer Freigabe für diesen Anwendungsbereich.
Konstruktive Antwort auf besondere Anforderungen
Der Alphaliner RL basiert auf dem bewährten Alphaliner-System, wurde jedoch gezielt für diesen sensiblen Einsatzbereich weiterentwickelt. Der entscheidende Unterschied liegt im Wandaufbau: Die Innenfolie verbleibt dauerhaft im Rohr und wird nicht wie bei herkömmlichen Systemen nach der Aushärtung entfernt.
Während sie bei Standardlinern primär eine Funktion im Herstellungsprozess erfüllt, bleibt sie beim RL-System integraler Bestandteil der Konstruktion. Sie fungiert als zusätzliche Barriere zwischen Medium und Laminat und optimiert den Schutz vor langfristig eindringender Feuchtigkeit in die Konstruktionsmatrix. Gerade unter dynamischen Lasten, wie sie im Bereich von Gleisanlagen naturgemäß entstehen, ist dieser Schutz ein wesentlicher Faktor für die langfristige Materialbeständigkeit.
Die hier in Gifhorn gewählte erhöhte Verbunddicke von 14,90 Millimetern trägt darüber hinaus den besonderen statischen Anforderungen Rechnung und unterstreicht den spezifischen Zuschnitt des Systems auf das Bahnumfeld.

Effizienz und Eingriffstiefe im Vergleich
Alternativverfahren im Gleisbereich sind technisch möglich, gehen jedoch häufig mit Querschnittsreduktionen, zusätzlichen baulichen Maßnahmen oder verlängerten Bauzeiten einher. Gerade bei kurzen Querungen zwischen 20 und 50 Metern entsteht dadurch ein erheblicher organisatorischer und wirtschaftlicher Aufwand.
In Gifhorn konnte der hydraulische Querschnitt vollständig erhalten bleiben. Der kompakte Bauablauf minimierte Eingriffe in die bestehende Infrastruktur und reduzierte die Dauer der Maßnahme auf ein Minimum. Der Linereinbau verlief ohne Behinderungen und konnte innerhalb eines Tages abgeschlossen werden.
Referenzprojekt mit Signalwirkung
Mit dem erfolgreichen Einbau des Alphaliner RL festigt RELINE seine Vorreiterrolle in einem bislang stark reglementierten Marktsegment. „Das Projekt in Gifhorn belegt, dass die grabenlose GFK-Sanierung von Leitungen und Durchlässen im Druckbereich von Eisenbahnverkehrslasten technisch belastbar und wirtschaftlich tragfähig ist“, so Christian Pfaff, Area Sales Manager Germany bei RELINE.





Pressekontakt
RelineEurope GmbH
Katrin Nitsche
Head of Marketing
Tel: +49 6349 93934-245
Über RELINE
Die 2009 gegründete RelineEurope GmbH stellt an ihrem Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Rohrbach GFK-Schlauchliner wie auch die passende UV-Technologie für deren Aushärtung auf der Baustelle her. RELINE ist der weltweit einzige Hersteller, der die GFK-Schlauchliner sowie das dazugehörige Equipment aus einer Hand anbietet. Eine weitere Besonderheit ist die hauseigene Produktion von Glasfasermatten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in Japan, Indien und den USA aktiv.






Kommentare